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Manche Gedanken entstehen leise, andere mitten im Leben. In meinen Blogbeiträgen teile ich Beobachtungen, Erfahrungen und kleine Erkenntnisse aus meinem Leben und meiner Arbeit. Es geht um das, was uns bewegt - zwischen Alltag und Auszeit, zwischen Streit und Bedürfnissen, zwischen Fragen und Antworten, zwischen Sorgen und Lachen. Vielleicht findest du hier einen Gedanken, der dich begleitet, einen Impuls, der dich stärkt oder einen Funken, der etwas in dir in Bewegung bringt.

  • Ich bin ...
  • Die Bedürfnisse hinter dem Streit
  • Was ist Selbstfürsorge?
  • Erstes Mentoring in der Natur
  • Zwischen Schnee und Kerzenschein
  • Einblick "Naturerlebnis"
  • Lachyoga - Ein Lachtreff mit Neueinsteigern

März 2026

Ich bin

Lachen, Bewegung und Spiel
Atmen, Stille, Meditation
Zuhören, Raum schaffen, begleiten
mal leise, mal voller Energie

Spaß und Leichtigkeit
Trauer und Loslassen
Kreativität und Organisation
so viele Facetten in mir

Du sagst zu mir:
„Du machst so viel – du bist so viel.“
Du fragst mich:
„Wie passt das alles zusammen?“

Ich bin ich - In all meinen Farben
Ein Regenbogenkind
ein kleiner Funke im Netzwerk der Seelen
ein Stern auf seiner Reise

In mir ruhend und doch manchmal zweifelnd
Stark und schwach zugleich
Niemals perfekt
doch offen, ehrlich und voller Liebe

Ich liebe die Menschen, die Natur und die Kraft in uns
Ich liebe die Verletzlichkeit, das Vertrauen und die Verbindung
Ich liebe mich, ich liebe dich, ich liebe das Leben
Das bin ich. Das ist mein Weg. Dafür bin ich hier.


November 2025

Die Bedürfnisse hinter dem Streit

Hinweis zu emotionalen Themen:
Für diejenigen, die gerade in schwierigen emotionalen Situationen leben – dies ist ein winzig kleiner Ausschnitt aus einem langen Prozess meiner emotionalen Aufarbeitung. Dieser Prozess ist fortlaufend und nach all den Jahren lerne ich weiterhin täglich dazu und bin mittlerweile dankbar darüber. Doch das war nicht immer so. Wenn du das Gefühl hast, festzustecken, dich überfordert, ratlos oder hilflos zu fühlen im Umgang mit deinen Gefühlen oder denen deiner Familie, dann scheue dich nicht um Unterstützung zu bitten. Niemand muss allein kämpfen. Es gibt Beratungsstellen, ärztliche & therapeutische Hilfe, Gesprächskreise und andere vertrauensvolle Stellen. Auch ich stehe dir gern zur Seite. Du bist nicht allein!

Heute hat es gekracht! Gerade hatte ich mich noch gefreut, dass es in letzter Zeit doch sehr harmonisch bei uns ablief – und WUMM – als ob mir das Leben nochmal etwas zeigen wollte.
Und das hat es.

Was war passiert? Ich sitze mit meinen beiden Kindern am Abendbrottisch, es gibt noch ein paar Reste der Nudeln. Jeder bekommt eine Portion und bei der zweiten Runde beginnt der Streit – „Du musst warten! Ich will auch noch was! Jetzt ist ja nur noch eine Nudel übrig!(HaHa – Genau die gleiche Portion wie Kind 1!)“ … Zum Hundertsten Mal führen die Kinder diesen Streit ums Essen. Und dann kommt er, der Satz, der mich zur Weißglut bringt „Das ist unfair!“. - Und schon sind alle Gemüter erhitzt, inklusive meinem.

Das Gute ist, dass wir alle mittlerweile gelernt haben, uns selbst nach einem Streit Raum zu geben, durchzuatmen und die Gefühle fließen und ziehen zu lassen. Wir gehen auch nicht im Streit ins Bett. Es wird nicht immer gleich alles besprochen, manchmal sind die Gefühle dafür noch zu groß, aber Kuscheln, ein „Ich liebe dich“ und „Lass uns morgen drüber reden“ hilft meistens, damit alle zur Ruhe kommen und gut schlafen können. Darauf bin ich sehr stolz – Denn nein, es ist nicht selbstverständlich. Da steckt viel Gefühlsarbeit drin und das darf auch erwähnt werden.

Doch jetzt zum Kern der Sache – Was ist wirklich passiert? In der Theorie weiß ich das alles und auch in der Praxis habe ich solche Situationen jetzt schon ein paar Mal durchlaufen. Und doch bin ich immer wieder überrascht, dass eben doch jedes Thema seinen eigenen Kern hat, den es zu erkunden gilt und dass uns das Leben immer wieder in kleinen und großen Schritten herausfordert zu wachsen und uns weiter zu entwickeln.

Kernfragen:

  • Warum macht es mich so wütend, wenn die Kinder ums Essen streiten?
    Ich habe erkannt: Es geht hierbei nicht um die Kinder, sondern um mich. ICH gebe mir doch so viel Mühe die Kinder gesund zu ernähren, zu planen, Wünsche zu erfüllen, etc.

  • Warum macht mich der Satz „Das ist unfair“ so wütend?
    Auch hier geht es eher um meine Bedürfnisse und Gefühle – Ich gebe mir doch so viel Mühe alles richtig zu machen, gerecht zu sein, niemanden zu kurz kommen zu lassen etc. aber auch um Glaubenssätze und gesellschaftliche Normen – Was bedeutet eigentlich unfair? Uns geht es doch gut, wir Leben im Überfluss, anderswo auf der Welt sieht es doch viel schlimmer aus, welches Recht haben wir also zu jammern und etwas ungerecht zu finden? - Die Kinder kennen solche Ansichten noch nicht.

  • Was ist im Vorfeld des Streits passiert? Welche Bedürfnisse haben wir übersehen/ignoriert?
    Die Kinder wollten gleich draußen bleiben nach dem Nachhause kommen, also hatten wir keine Kaffezeit – HUNGER!

    Der Große hatte einen Freund zu Besuch – Alles lief super, sie hatten viel Spaß – aber auch keine Ruhezeit – Erschöpfung/Überforderung!

  • Warum weint Kind 2 obwohl doch Kind 1 den Streit angefangen hat? - Überforderung!
    Auch dieses Kind ist müde, wollte entspannt essen und wurde dann von einer Welle der Wut anderer überrollt.

  • Hierbei kam noch eine Erkenntnis zu Tage! - WUT! Darf ich wütend auf mein Kind sein?
    Ist Wut hier nicht eigentlich irrational? Wut darauf, dass ein Kind weint, obwohl es aus meiner Sicht keinen Anlass gibt und Wut darauf, dass ein Kind einen „sinnlosen“ Streit anfängt. Ja und nein! Mir wurde bewusst, dass das eine Kind voll zwischen die Fronten geraten ist, überfordert war mit dem Streit und den Emotionen. Das andere Kind hat den Streit ja nicht aus Langeweile oder um uns zu ärgern angefangen, sondern weil ihm etwas wichtig war. Ich bin stolz darauf, das erkannt zu haben. Ich bin auch stolz darauf, dass ich durchatmen konnte und die Wut sanft ziehen lassen konnte. „Danke, dass du da warst und mir unsere Bedürfnisse gezeigt hast.“

Bedürfnisorientiertes Familienleben, Achtsamkeit, wertschätzende Kommunikation und der Umgang mit den eigenen Emotionen – all das sind große Worte, manchmal verstecken sie sich im Kleinen, manchmal kommen und gehen sie in großen Wellen, doch egal ob leise oder laut, sanft oder rabiat, mit jeder Situation wachsen wir ein Stück gemeinsam.
Und eine letzte Erkenntnis zum Schluss: Wir sind nicht perfekt. Wir handeln nicht immer überlegt, ruhig und ausgeglichen. Wir erkennen unsere eigenen Bedürfnisse nicht immer sofort. Aber wir können gemeinsam lernen, wachsen, uns entschuldigen und gegenseitige Wertschätzung und Liebe zeigen. Darauf kommt es an.


Juli 2025

Fragen und Gedanken zum Thema "Was ist Selbstfürsorge?"

Wie geht es dir? - Oh naja, geht so – zum Glück ist ja bald Urlaub. Da komme ich vielleicht ein bisschen zur Ruhe.
Diesen Satz höre ich in letzter Zeit sehr oft. Und ich frage mich, wie kommt es, dass so viele Menschen versuchen von Urlaub zu Urlaub irgendwie durchzuhalten. Dann hört man, dass der Urlaub zwar sehr schön und erlebnisreich war, aber man auch nicht wirklich zur Ruhe gekommen ist und dass einen der Alltag doch sehr schnell wieder eingeholt hat. Was bedeutet echte Erholung? Wie schafft man es auch im Alltag mehr zu Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken, glücklich zu sein und auch kleine Erlebnisse bewusst wahrzunehmen und zu genießen?

Viele Menschen arbeiten und sorgen für andere und vergessen dabei ganz und gar sich selbst. Doch wie lange kann man für andere da sein, wenn man sich selbst nicht achtet? Was passiert wenn man seine Grenzen einmal zu oft überschritten hat und nicht mehr kann? Wer ist dann für die Arbeit und die anderen Menschen da? Wer ist für einen selbst da?

Wir hören so viel von SelfCare, von "Gönn dir einen Urlaub" - "Wellness & Entspannung sind wichtig" - "Auch als Mama hast du das Recht zu feiern" - Doch ist das echte Selbstfürsorge? Hilft uns das langfristig ein entspannteres, ausgeglicheneres Leben zu führen? Was nützt es mir für eine Yogastunde, für einen Tag in der Therme, für einen Partyabend dem Alltag zu entfliehen, wenn ich in die gleichen Strukturen zurück kehre?
Vor kurzem habe ich einen Beitrag in den Sozialen Medien gelesen zum Thema "Selbstfürsorge ist keine Lösung - Die Strukturen müssen sich ändern - Carearbeit braucht mehr Sichtbarkeit und Anerkennung". Doch auch hier frage ich mich, hilft es mir wirklich, wenn mir gedankt wird für all das was ich tue, wenn ich trotzdem am Ende meiner Kräfte bin?

Was ist also Selbstfürsorge, wie kann sie tatsächlich Veränderung, mehr Leichtigkeit, Ruhe und Balance bringen?

Für mich ist Selbstfürsorge ICH, Achtsamkeit und Training! Alles beginnt im ICH, in der Bereitschaft hinzuschauen - sich die Zeit zu nehmen, inne zu halten und zu schauen, wo man selbst eigentlich steht. Wie geht es mir körperlich, mental und im Herzen? Was beschäftigt mich, was bewegt mich, was tut mir gut und was nicht? Was fühle ich? Was wünsche ich mir? Was soll sich ändern?

Wenn ich all diese Fragen gestellt habe - und das sind oft keine einfachen Fragen, die in ein paar Minuten aufgeschrieben sind, was dann? Dann kommt die Achtsamkeit! - In welchen Situationen fühle ich mich ausgelaugt, gestresst, niedergeschlagen? Was hilft mir, zur Ruhe zu kommen, mich gut zu fühlen, zu lachen?  Wann sage ich ja obwohl ich nein meine? Wann zieht mich meine innere Stimme selbst runter?
Was kann ich sofort verändern und was braucht vielleicht mehr Zeit, Ressourcen, Unterstützung? 

Die Achtsamkeit ist da - Ich spüre, dass mir etwas gerade nicht gut tut. Ich weiß, was meine Gefühle zum kochen bringt. Und dennoch lande ich immer wieder in diesen Situationen, im Gedankenkarussel, im Gefühlschaos oder in der stummen Ergebenheit. Ich weiß es doch eigentlich besser. - Das ist ok. Das ist normal. Dafür brauchst du dich nicht selbst beschimpfen. Denn was noch fehlt ist das Training! Veränderung braucht Zeit. Gewohnheiten sind im Gehirn, im Körper abgespeichert. Neue Wege kennen zu lernen braucht Zeit. Jeder Felsen am Wegesrand, jede Biegung, Abzweigung und Kreuzung darf erkundet und ausprobiert werden und du darfst entscheiden, wie dein neuer Wohlfühlpfad aussieht und welche Wege dich durch den Dschungel des Lebens führen. 

Selbstfürsorge ist also ein Prozess. Es ist die Bereitschaft, wahrzunehmen, dass ich selbst wichtig bin, das ich etwas ändern kann. Es ist auch Übung - darin, zu erkennen, was einem gut tut, darin, Dinge anders zu machen als bisher, flexibel zu reagieren und zu erkennen, welche Situationen auf mich warten, ob sie mir vielleicht viel Energie abverlangen werden und wie ich mich selbst wieder regenerieren kann.

Selbstfürsorge ist Selbstliebe, Selbstwahrnehmung, ein bewusster Umgang mit Veränderungen und viele kleine Schritte - jeden Tag aufs Neue.


März 2025

Erstmentoring in der Natur

Heute begleite ich einen Mentee zu einer kleinen Auszeit in der Natur. Einfach mal zur Ruhe kommen, raus aus dem Alltagsgeschehen und sich mal wieder ganz auf sich selbst besinnen…

Wir laufen ein kleines Stück vom Parkplatz zum Wald und so besteht erst einmal Gelegenheit die aktuellen Gedanken heraus zu lassen und langsam im Mentoring anzukommen. Nur ein paar Meter in den Wald hinein gelangen wir zu einer kleinen Lichtung. Ich merke, wie etwas Unsicherheit eintritt und vielleicht sogar die Frage aufkommt „Was wird mich wohl erwarten? War das die richtige Entscheidung?“ und so starten wir zum Einstieg mit einer kleinen Achtsamkeitsübung. Mein Mentee und ich suchen uns jeder einen schönen Baum, der uns Halt gibt und schließen die Augen … durchatmen, lauschen und genießen. „Das tat gut, jetzt bin ich bereit“ ist das Feedback, das mich erwartet.

Gestärkt und geerdet gehen wir weiter. Ich gebe Raum, die Gedanken einfach fließen zu lassen, raus zu lassen, was einen gerade so bewegt und merke, wie sich mit jedem Schritt die aufgewühlten Gedanken und Gefühle auch in der Bewegung ausdrücken. Und so schlage ich eine kleine bewegte Übung vor. Nach und nach kommt der Gang wieder ins Gleichgewicht, wird ruhiger und fließender. Ich biete an, die Übung noch weiter zu führen, aber mein Mentee hat für heute seine Grenze erreicht. „Da habe ich ja das Gefühl still zu stehen. Stillstand geht gar nicht.“ Ein aussagekräftiger Satz, den wir uns bei passender Gelegenheit noch einmal anschauen werden, aber für heute sehe ich das Lächeln auf dem Gesicht gegenüber und die Freude darüber, zur Ruhe gekommen zu sein, sich leicht und nicht mehr so getrieben zu fühlen und wir wenden uns wieder dem aktuellen Thema zu.

Wir sprechen darüber, wie einen manchmal die Geschehnisse überrollen können. Man hat sich ja schon mit seinem Leben auseinander gesetzt, sich über neue Wege belesen und vielleicht das ein oder andere ausprobiert, doch Veränderung ist nicht immer leicht und der Mensch ist ein Gewohnheitstier. „Ich bin manchmal einfach am verzweifeln, weil ich keinen Weg aus den alten Mustern sehe. Ich habe das Gefühl, im Kreis zu laufen.“ Der Atem kommt ins stocken und ein leichter Anflug von Panik deutet sich an. Ohne gezielt auf den aktuellen Gefühlsausbruch einzugehen, schlage ich eine kleine Pause für eine Atemübung vor, die sofort dankend angenommen wird. „Atmen ist gut. Das hilft mir eigentlich immer“, sagt mein Mentee. Das Wissen, dass durchatmen hilft, ist da, aber damit man in schwierigen Situationen auch bewusst darauf zurück greift, bedarf es manchmal auch etwas Übung…

Wir gehen weiter und kommen an einen kleinen Teich. „Oh was für ein wundervoller Ort. Hier könnte ich stundenlang bleiben“ – Das geht uns beiden so und wir lassen uns nieder. Für heute entscheidet sich mein Mentee die Zeit für sich zu nutzen und alles bisherige in Ruhe nachwirken zu lassen. Es war doch mehr aus ihm herausgesprudelt, als er selbst gedacht hätte. Erst einmal zu pausieren, wenn es intensiver war als erwartet, das ist eine gute und wichtige Entscheidung für das eigene Wohlergehen. Das kann nicht jeder gleich zum Beginn des Mentorings für sich allein.

Auf dem Rückweg besprechen wir noch ein paar konkrete Situationen und die Vorhaben und Wünsche für die nächste Zeit. Mit einer kleinen Übung zum Abschied wird der Übergang vom Mentoring und der Auszeit zurück in den Alltag erleichtert. Das herzliche „Das tat gut. Ich bin froh, dass ich mich bei dir gemeldet habe.“ macht mich glücklich und ich bin gespannt, wie diese ganz persönliche Reise weitergeht…

Wünschst du dir auch, jemand würde dir einfach nur zuhören, dir helfen dein Gedankenlabyrinth aus Sorgen & Fragen zu entwirren und dich in der Umsetzung deiner Veränderungen unterstützen? Lass uns gemeinsam herausfinden, was du brauchst, um neue Kräfte zu sammeln, mehr für dich selbst zu sorgen und deinen Weg der Veränderung zu gehen - Entdecke deine individuellen Möglichkeiten.

Dezember 2024

Zwischen Schnee und Kerzenschein

Leise sinken glitzernde Kristalle hernieder,
der Winter beehrt uns still immer wieder.

Die Natur kommt sanft zur Ruhe,
Zeit für deine innere Schatztruhe.

Sie öffnet sich im goldenen Kerzenschein,
trägt Wärme und Liebe in dein Leben hinein.

Nun gilt es, neue Kraft zu tanken,
dem Schatz der vergangenen Monate zu danken.

Der weiche, weiße Schnee im sanften Licht
verkündet leise, dass ein neues Jahr anbricht.

Was möchtest du erleben, welche Kräfte erwecken?
Es liegt in deiner Hand — es gibt so viel zu entdecken.

Nadine Böhme


Oktober 2024

Naturerlebnis - Einblick in die Gedankenwelt der Teilnehmenden

Diese kleine Geschichte ist aus einem kleinen Austausch mit einem Teilnehmenden entstanden. Lass dich tragen von den Entdeckungen, den Wahrnehmungen und Erkenntnissen, die in der Natur auf uns warten.

Ich komme am Treffpunkt an, den Kopf voller Gedanken, ein bisschen müde und auch ein bisschen nervös. Es ist das erste Mal, dass ich an einem Naturerlebnis teilnehme. Was wird mich erwarten?

Wir kommen in der Gruppe zusammen und jeder hat erst einmal Zeit anzukommen, die Umgebung wahr zu nehmen und in sich hinein zu spüren.

Wie geht es mir? Was wünsche ich mir für die nächsten Stunden? Ich schaue den kleinen Wellen zu, die der sanfte Wind auf dem Wasser hinterlässt und nehme ein Blatt. Ich lasse mit dem Blatt alle meine Gedanken und Sorgen davon schwimmen, atme durch und freue mich auf das, was vor mir liegt. Jeder gibt seine Gedanken auf seine Weise ab und gemeinsam begeben wir uns auf den Weg. 

Die ersten Schritte sind noch  etwas ungestüm, aber dann legt sich langsam eine gewisse Ruhe über die Gruppe. Wir gehen achtsamer, entdecken gemeinsam die kleinen Spuren der Natur am Wegesrand und staunen über die Vielfalt, die es zu entdecken gilt. 

Wir halten das erste Mal gemeinsam inne. Einfach mal zur Ruhe kommen, stehen bleiben und mit allen Sinnen spüren, was uns umgibt, das fällt mir erst einmal gar nicht so leicht. Durch sanfte Anleitung und bewusstes Atmen kann ich endlich loslassen und auf die Stille lauschen, die mich umgibt. Ich stelle fest, es ist gar nicht so still und höre der Sprache des Waldes zu.

Wir setzen uns wieder in Bewegung und spüren auf dem Weg die ersten Veränderungen, die in uns vorgehen. Ich fühle mich irgendwie leichter, entspannter, es ist Ruhe eingekehrt in meinen Gedanken. Ich folge der Gruppe Schritt für Schritt und lasse meinen Blick schweifen. Ich habe das Gefühl, dass ich durch meinen Alltag einen Tunnelblick bekommen habe, doch spüre, wie sich etwas in mir langsam wieder öffnet. 

Wir halten noch einmal inne und jeder sucht sich einen Platz zum verweilen. Jetzt bin ich einmal ganz für mich. Neue, sanftere Gedanken und Gefühle nehmen Einzug und ich lächle. Ich atme tief ein und fühle mich ... zufrieden.

Auf unserem letzten Wegabschnitt merke ich, wie die Energie bei allen wieder zunimmt. Die Schritte werden kraftvoller, federnd und leicht. Es wird noch einmal kräftig durchgeatmet und wir kommen wieder am Teich an. Was ist mit all meinen Sorgen und Gedanken, die ich vorhin hab ziehen lassen? Sie sind weg. Statt dessen habe ich wertvolle Erinnerungen, eine innere Ruhe, die ich so schon lange nicht mehr gespürt habe und Energie. Ich freue mich auf den Rest des Tages, auf die kommenden Tage und bin gespannt, welche Veränderungen ich in meinen Alltag mitnehmen werde.  


Februar 2024

Lachyoga - Der Lachtreff mit Neueinsteigern

Heute findet mal wieder ein Lachtreff statt. Ich bin schon sehr gespannt, denn es werden drei Lachyoga-Einsteiger* teilnehmen. 

Alle kommen nacheinander an und ich spüre die Aufregung, Neugier und Unsicherheit bei den neuen Lachyogis. In der kleinen Kennenlernrunde stellt sich heraus, dass alle drei noch nie Lachyoga gemacht haben und nur ein Teilnehmender sich vorher online einmal Lachyoga angesehen hat. Das wird mal wieder sehr spannend.

Ich gebe nochmal eine kurze Einführung zu den Hintergründen des Lachyogas und dann geht es auch schon los. Die ersten Übungen zum Aufwärmen entsprechen noch der Vorstellung des klassischen Yogas und die Meinung ist einstimmig: "Das können wir. Das ist einfach." Dann kommen wir zu den ersten Lachübungen. Wir probieren einmal ein Lachen, einfach so "aus dem Kalten heraus". Da schauen sich die "Neuen" etwas verunsichert an und lächeln verlegen. "Das ist gar nicht so einfach, oder?" frage ich und bekomme einstimmiges Nicken. Und so steigen wir langsam und in Einstimmung auf die Neueinsteiger* in unsere Lachübungen ein.

Als wir die ersten Lach- und Atemübungen durchhaben und die erste kleine Pause ansteht kommen erstaunte Rückmeldungen:
"Den Effekt merkt man ja sofort, das ist fantastisch."
"Das müsste man eigentlich draußen machen, das wäre ja noch viel intensiver."
"Lachen ist anstrengender als ich gedacht habe."

Nach kurzer Pause machen wir weiter. Wir erkunden neue Lach- und Atemtechniken und tauchen in die Welt des Sports ein. Welchen Sport wollt ihr schon lange machen, aber kommt nicht dazu? Sofort fällt da Jedem etwas ein und ich bin überrascht mit welcher Kreativität die Lachyogis schnell ihre eigenen Lachübungen entwickeln und die anderen dabei mitnehmen. Zum Abschluss versuchen wir uns an einer Lachmeditation. Da machen die "Neuen" noch einmal große Augen. "Eine Minute Lachen? Ob wir das schaffen?" ... Doch, dass schaffen sie und sind hinterher so richtig entspannt.

In der Abschlussrunde hat jeder noch einmal Zeit für sich, alles Revue passieren zu lassen und zu erkunden wie es ihm gerade geht:
"Ich habe schon lange nicht mehr soviel gelacht." / "Ich bin glücklich." / "Ich habe, dass Gefühl ein ganzes Workout hinter mir zu haben."
Ja, dass hast du auch. - sage ich. Lachyoga ist ein Training, ein Lach- und Atemtraining. Ein Training für Körper, Geist und Seele.

Ich liebe das Lachyoga. Ich liebe es, zu sehen, wie die Teilnehmenden, insbesondere die Neueinsteiger, jedes Mal von ihrer eventuell anfänglichen Skepsis, Unsicherheit oder Verlegenheit so schnell in die Begeisterung kommen, sich öffnen, ihre eigenen kreativen Ideen mit einbringen und erste körperliche Effekte spüren. Ich liebe es, wie diejenigen, die, von Anfang an oder mittlerweile, voller Begeisterung an das Lachen heran gehen, sich weiterentwickeln, in der Gemeinschaft aufblühen und diese ganz besondere Auszeit für sich genießen.

Entdecke das Lachen in dir. - Entdecke Lachyoga!